Der neue Jugendleiter im Gespräch

Sie übernehmen den Nachwuchs auf hohem Niveau. Die A- und B-Jugend beispielsweise spielen beide in der Bezirksoberliga. Ist dieser Standard auf Dauer für einen Verein wie den VfB überhaupt zu halten?

 

Reinhard Hössl: An der Zielsetzung ändert sich auch unter meiner Regie nichts. Die Erfolge der Großfeldteams zum Beispiel sind Pfunde, mit denen man wuchern darf. Wir sind auf Augenhöhe mit den Nachbarvereinen. Dieses Level können wir halten. Aber, man muss auch etwas für seinen Erfolg tun. Und ich wünsche mir, dass wir die erste und zweite Mannschaft dauerhaft mit Qualität aus dem Nachwuchs bestücken. 

Viele Vereine haben Schwierigkeiten, genügend Trainer und Übungsleiter für ihre Jugendmannschaften zu finden. Ist das auch in Durach ein Problem?

Hössl: Wir haben damit noch keine großen Probleme. Wir haben zwischen 30 und 40 Trainer und Betreuer, die meisten davon bei den Kleinfeldteams. Ohne deren Engagement wäre eine erfolgreiche Jugendarbeit nicht möglich.

 

Einigen Vereinen geht der Nachwuchs aus, Jugendfördergemeinschaften werden gegründet, frühere Konkurrenten kooperieren plötzlich. Wie sehen Sie die Zukunft des Jugendfußballs in Durach?

Hössl: Wir haben derzeit 280 Kinder und Jugendliche in 15 Mannschaften. 60 davon tummeln sich bei den Kleinsten in der G-Jugend. Wir mussten inzwischen sogar das Mindestalter auf fünf Jahre erhöhen, um den Ansturm in Grenzen zu halten. Diese Kinder sind unsere Zukunft. Da wird mir nicht bange.

 

Aber muss man den Kickern denn nicht schon in jungen Jahren einiges bieten, um sie im Verein zu halten?

Hössl: Das auf jeden Fall. Aber das machen wir beim VfB ja auch. Wir veranstalten zum Beispiel Camps oder Nachwuchsturniere, wie die Mini-WM. Manche Ansprüche, vor allem von Elternseite, sind aber für uns nicht erfüllbar. Ich lege weiterhin Wert darauf, dass wir keine Kinder von anderen Vereinen angehen und zum Wechsel überreden wollen. Wer nach Durach kommt, macht das freiwillig. Das zeigt: Unsere Arbeit trägt Früchte. 

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