"Wir sind eine Familie"

Im Rahmen der Mottowoche #UNSERZusammenhalt fragten wir unseren Ehrenvorstand Robert Mader was für Ihn echter Zusammenhalt ist und wie ein Dorfverein langfristig überleben kann.


Inside VfB: Hallo Robert, schön, dass du dir Zeit genommen hast und für ein paar Fragen zur Verfügung stehst. Seit wann bist du bei unserem VfB Durach aktiv?

Robert: Als Mitarbeiter seit 1964 (bis 2019). Meine erste Funktion war Jugendleiter. Als Spieler hatte ich meinen ersten Einsatz 1952 im Alter von 13 Jahren in der C-Jugend. Inside VfB: Wie verbindest du das Wort „Zusammenhalt“ mit unserem VfB?

Robert: Gerade in einem Fußballverein wie unserem VfB, besitzt Zusammenhalt hohe Priorität. Ohne Teamgeist kein Erfolg! Dies gilt sowohl für das Spiel selbst als auch für die Vereinsorganisation. In diesem Bereich bedarf es vieler, ehrenamtlicher MitarbeiterInnen. Unsere Mitglieder können Teamgeist in unserem Verein mehrfach erleben. Das Engagement im Verein, ob als Aktiver oder MitarbeiterIn, bringen dem Einzelnen nicht nur zusätzlichen Zeitaufwand, sondern auch Vorteile, wenn man die persönliche und berufliche Entwicklung mit betrachtet. Unser Slogan „Wir sind eine Familie“ soll deutlich machen, dass die Angehörigen unserer Aktiven jederzeit gerne in unserer Fußballrunde willkommen sind.


Alle unsere Aktivitäten tragen dazu bei, den Zusammenhalt und Gemeinschaftssinn auch in unserer Gemeinde und in der Gesellschaft zu festigen. Wir stärken den Freizeitwert wie auch die Sozialkompetenz und sind damit als VfB Durach ein wichtiger Bestandteil des Öffentlichen Lebens.

Inside VfB: Was war die schwierigste Zeit, die #UNSERDorfverein gemeinsam überstehen musste?

Robert: Von Erzählungen weiß ich, dass es Ende der 1950er Jahre schon mal personelle Schwierigkeiten gab. Zeitweise stand der Spielbetrieb still. Besonders Franz Bühler und Walter Baab ergriffen jedoch die Initiative. Ihnen ist es zu verdanken, dass dann wieder genug Spieler zur Verfügung standen. Der Kampf um die Punkte konnte fortgesetzt werden.


Eine Bewährungsprobe größerer Dimension hatte unser VfB ab Sommer/Herbst 2014 zu bestehen. Zuerst sind vier Vorstandsmitglieder vorzeitig zurückgetreten. Im darauffolgenden Januar 2015 wurde automatisch eine außerordentliche Mitgliederversammlung fällig, weil satzungsgemäß nicht mehr als zwei von fünf Vorstandsmitgliedern vorzeitig aufhören können. Man schaffte es, die Leute mit unterschiedlichen Zielvorstellungen an einen Tisch zu bringen und Mitarbeiter als neue Vorstandskandidaten zu finden. Andreas Schefter erklärte sich bereit, als 1. Vorsitzender zu kandidieren.

"Nach dem Weggang des langjährigen Cheftrainers Peter Christl im Herbst 2015 waren wir froh, dass sich Bernd Gruber aus Reutte auf meine Anfrage hin kurzfristig zur Nachfolge entschied"

Man kann sich gut vorstellen, dass die Voraussetzungen für den Start eines neuen Trainers angesichts der unübersichtlichen Vereinssituation denkbar ungünstig waren. Die Frage bleibt, ob man 2017 die Vertragsbeendigung mit ihm nicht schon deswegen etwas eleganter hätte lösen können.


Turbulent ging es dann weiter: Die Wahlen auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung brachten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender: Andreas Schefter, 2. Vorsitzender: Reinhard Hössl, 3. Vorsitzender: Marco Baab, Sportlicher Leiter: P. Dietrich. Die Funktion des Schatzmeisters blieb unbesetzt (zunächst sprang ein Finanzteam in die Bresche, inzwischen kümmert sich Manfred Brutscher als „Leiter Finanzen“ in professioneller Weise um die Finanzgeschäfte).

Ein Team, bestehend aus Heike Gruber, Manfred Brutscher und mir, bekam später den Auftrag, eine neue Satzung (u.a. Änderung der Vorstandsmitglieder-Zahl von 5 auf 3 Personen) auszuarbeiten. Hierzu waren einige zeitaufwendige Gespräche mit dem Registergericht, dem BLSV u. dem BFV notwendig. Die Satzungsänderung wurde dann am 28.10.2016 auf der ordentlichen Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen. Mit Andreas Schefter (1.Vorsitzender), Heike Gruber (2. Vorsitzende.) u. Michael Baab (3.Vorsitzender) wurde entsprechend der neuen Satzung, erstmalig ein dreiköpfiges Gremium gewählt.

Bilanz nach einem fast dreijährigen labilen Zustand: Eine neue Satzung umgesetzt, zusammen mit den Vereinsordnungen in das Vereinskonzept „VfB-Strategie“ eingearbeitet, Stellen im Organigramm fast zu 100% mit engagierten Mitarbeitern besetzt. Wahnsinn!

"Es war ein hartes Stück Arbeit, aber durch Optimismus, Zusammenhalt und Bereitschaft aller haben wir die Misere überwunden“

Inside VfB: Bewegte Zeiten waren das, und noch gar nicht so lange her. Wie hast du den „Zusammenhalt“ früher als aktiver Spieler in unserem Dorfverein empfunden?

Robert: Ich habe eigentlich nur schöne Erinnerung an diese unbeschwerte Zeit mit guten Fußballern und Kollegen. Auch an die zuvor praktizierte Spielgemeinschaft in der A-Jugend mit dem TSV Sulzberg denke ich noch gerne zurück.

Inside VfB: Du bist ja #UNSEREhrenvorstand des Vereins. Wie hast du den VfB Durach unter deiner Vorstandschaft wahrgenommen und was hat sich alles verändert?

Robert: Was das Fußballspiel an sich angeht, so sind natürlich gravierende Änderungen eingetreten. Die heutige konsequentere Spielweise über die vollen 90 Minuten, die Zweikampfintensität, das schnellere Spiel (auch mental) und die ausgefeilten taktischen Vorgaben. Auch die Anforderungen an die Vereinsführung, konkret an den Vorstand, sind seitens der Behörden, des Verbandes und des Finanzamtes anspruchsvoller geworden. Andererseits gibt es heute mehr Hilfen und Möglichkeiten der Beratung der Verbände, seit neuestem auch über das Landratsamt. So gesehen können sich die Verantwortlichen ausreichend Kenntnisse in puncto Vereinsmanagement aneignen.

Inside VfB: Dir liegt #UNSERDorfverein sehr am Herzen und wie wir mitbekommen haben, hast du an einer tollen VfB-Chronik gearbeitet. Wie entstand diese Idee und woher hast du die ganzen Inspirationen?

Robert: Eine Fußball-Chronik mit persönlichen Aspekten ist mir eine Herzensangelegenheit. Schon das ganze „Drumherum“ um den Fußball mit all den schönen Nebeneffekten wie Kameradschaftsabenden, Ausflügen etc.


Darauf blicke ich mit zunehmendem Alter gerne öfters zurück. Ich bin nach so langer Zeit quasi verwurzelt mit meinem Hobby. Karl Kracker, der frühere Spiel- u. SR-Obmann hat mal zu mir gesagt:

„Mader, diese Sache kriegst du nicht mehr los“

55 Jahre Fußball-Ehrenamtlicher geben ihm absolut recht. Sicher habe auch ich noch andere Interessensgebiete. Aber die spannendsten Ereignisse brachte mir der Fußball. Die erlebten Emotionen und Geschehnisse sind dafür geeignet, sie mit anderen zu teilen. Besser sie aufzuschreiben, als sie zu vergessen!

Ich denke, auch andere interessiert vielleicht manche Story oder Statistik. Sie dürfen dabei auch etwas über meine Person erfahren. Soweit gewünscht, lasse ich euch deshalb, meine lieben Duracher Fußballfreunde, gerne daran teilhaben.

Inside VfB: Neben den Fragen zum VfB Durach, wollen wir dich natürlich auch persönlich besser kennenlernen. Was ist dein größtes Hobby?

Robert: Fußball!

Inside VfB: Wie würdest du dich selbst als Zuschauer eines Fußballspiels beschreiben?

Robert: Wenn eine VfB-Mannschaft dabei ist und der Spielstand auf der Kippe steht: angespannt bis zum Schluss. Wenn ich merke, meine Emotion nimmt überhand, drehe ich schon mal eine Runde um das Spielfeld.

Inside VfB: Wer ist oder war dein absolutes Idol in Bezug auf den Fußball?

Robert: Uwe Seeler. Über seine Torgefährlichkeit, seinen vorbildlichen Einsatz und sein Beitrag zum Teamcharakter beim HSV oder in der Nationalmannschaft weiß jeder Bescheid. Deshalb drei Berührungspunkte, auch abseits des Spielfeldes:

1. Das Angebot der Italiener an Uwe lag beim Gespräch in einem Hamburger Hotel in Form eines Koffers voller Geld bereits auf dem Tisch. Doch er widerstand den Verlockungen. „Hast du das Angebot und das Geld nu genomm“?, fragte seine Frau. „Nee“, erwidert Uwe, „Ja gut, dann bleiben wir eben hier“, so seine bessere Hälfte. So ward der Fall „knapp und klar norddeutsch“ abgehandelt.

2. Einmal sah ich in Hamburg das letzte Saisonspiel des HSV gegen Eintracht Frankfurt (5:0). Charly Dörfel marschierte auf der linken Seite durch, flankte zur Mitte und Uwe verwandelte. Die Zuschauer waren derart begeistert, dass sie aufs Spielfeld liefen. Das Stadion (Rother Baum) hatte noch keine ausreichende Absperrung und die Platzordner keine Chance gegen die Masse. Da wurde Uwe herbeizitiert. Er machte eine zurückweisende Geste, die Fans wichen zurück und die Partie konnte zu Ende gespielt werden. Hinterher im HSV-Heim war’s auch noch recht gemütlich mit dem linken Verteidiger.

3. 1996 haben wir ein Vereinsleitbild erstellt. Aus diesem Anlass hat uns auch Uwe hierzu einen Kommentar zukommen lassen und unserem Verein alles Gute gewünscht.

Inside VfB: Wie würdest du einen typischen Duracher in drei Worten beschreiben?

Robert: Heimatverbunden, vereinsinteressiert und ein Feierbiest.


Inside VfB: Welche prominente Person würdest du gerne nach Durach in #UNSERVereinsheim für einen Abend einladen?

Robert: Herbert Seger und Sonja mit Gitarre zum gemeinsamen Singen unserer Fußballlieder.

Vielen Dank für deine Antworten und Gedanken, lieber Robert. Abschließend darfst du noch zwei Sätze vervollständigen.

Inside VfB: #UNSERDorfverein bedeutet für mich:


Robert: Freude und Stolz, weil wir inzwischen ein Ansehen über Schwaben hinaus genießen dürfen.

Inside VfB: Das beste Erlebnis mit dem VfB Durach war für mich:


Robert: Der Ausflug mit den Herrenteams, allen Mitarbeitern und deren Partner 1983 nach Calella/Spanien. Eine Woche nach dem A-Klassenaufstieg verbrachten wir eine Woche gemeinsamen Fußball-Urlaub in Calella und lernten hierbei auf nicht zu überbietende Weise die Gastfreundschaft von Bohemio Reus und seines Präsidenten Padilla kennen. Sportlich wurden wir zu einem „Triangular“ eingeladen; einem Turnier mit drei Mannschaften.Begrüßt wurden wir vom früheren Präsidenten von Atletico Madrid und einem Spielmannszug mit lauter hübschen Mädchen. Unsere Zweite spielte auch mit. Aufgrund unserer dünnen Personaldecke (unser Kader hatte 9 Mann) waren Charly und ich mit in die verstärkte Abwehr beordert. In einer Partie hielt unser Catenaccio sogar das 0:0 bis kurz vor Schluss. Abends organisierte Padilla eine tolle Disco-Fete: Alles frei! Wir wollten immer wieder mal zahlen, hatten aber keine Chance. Der Gegenbesuch der Spanier war ihrerseits leider nicht möglich. Andererseits haben sie uns immer wieder auf einen Wiederholungsbesuch eingeladen. Anmerkung zu unserer Unterkunft: Wir hatten ein 2-Schicht-Hotel gemietet (wenn wir, die Älteren, „nach Hause“ gingen, zogen die Junggesellen auf die Piste).

„Calella war eine Schau“

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